Hier ein Ausschnitt aus einem Interview, das Frau Reeg-Muller am 23.05.2012 der Learning Factory gab:
"Frau Reeg-Muller, Sie sind Lean SixSigma Black Belt. Was können Sie für Unternehmen tun?
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| Interview mit Frau A.Reeg-Muller |
Aussagen und Problemstellungen wie „die Liefertreue muss bei uns verbessert werden“, „Wir müssen effizienter werden“, „Wir müssen Kosten sparen“, „Wir wollen unnötige Bürokratie abbauen“, „Wir haben zu viele Beschwerden von unseren Kunden“, „Unsere Organisation passt nicht mehr, wir wollen sie zukunftsträchtig umbauen“ liefern Ansatzpunkte für Projekte, bei den ich Unternehmen und Verwaltungen unterstützen kann.
Ich denke da beispielsweise an ein Projekt im letzten Jahr. Ein Logisitikcenter hatte mit einem massiven Beschwerdeaufkommen zu kämpfen. Erste Kunden drohten mit Abwanderung. Wir haben gemeinsam die Ursachen analysiert und herausgefunden, dass ein gewichtiger Grund in der mangelhaften Kommunikation über Abteilungsgrenzen hinweg lag, ein anderer in Missverständnissen. Es gelang uns, die Reklamationen um 80% zu senken. Um auch an den restlichen 20 % zu arbeiten, wurde die Methode der kontinuierlichen Verbesserung eingeführt, bei der alle Mitarbeiter, ebenso wie die Führungskräfte, sich um ständige Verbesserungen bemühen.
Oder nehmen Sie das Bestellcenter, bei dem trotz hoher Überstundenzahl die Bestellungen einfach zu langsam bearbeitet wurden. Die genaue Analyse hat gezeigt, dass es an einer Stelle einen sog. Engpass gab. Obwohl die Mitarbeiter an der Engpassstelle höchst effizient arbeiteten, konnten sie es nicht schaffen, zum Nachteil aller anderen im Ablauf und damit schleppender Durchlaufzeit einer Bestellung. Auch in Geschäftsabläufen ist jede Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied. In diesem Fall haben wir den Ablauf ausgeglichen (man sagt auch getaktet) mit der Folge von 30% kürzeren Bestellzeiten und einem bemerkenswerten Abbau von Überstunden.
Können die Unternehmen das denn nicht aus eigener Kraft angehen und leisten?
Sicherlich können sie das. Aber oft fehlt die Zeit, sich das Wissen und die entsprechenden Methoden anzueignen. Wenn die Methodenkenntnisse im Unternehmen vorhanden sind, fehlt oft die praktische Erfahrung der Anwendung der Methoden sowie in der Umsetzung. Am Anfang geht es einfach schneller durch den Einsatz von Externen. In jedem Fall achten wir immer darauf, die Mitarbeiter einzubinden und entsprechend zu schulen, oft im direkten Arbeitsbereich mit sofortiger Anwendung und Umsetzung des Erlernten.
Die Mitarbeiter sind in der Regel hoch begeistert, und diese Begeisterung schlägt sich anschließend in den Arbeitsergebnissen nieder. Die Mitarbeiter arbeiten in dem ihnen gesteckten Rahmen selbständig, dadurch werden Führungskräfte entlastet. Sie können sich vermehrt aus dem Alltagsgeschehen zurückziehen und auf ihre ureigensten Aufgaben fokussieren: Visionen erarbeiten und Ziele setzen."
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